Christoph Schalk  

Ein coachender Führungsstil

Ein coachender Führungsstil oder ein Führungsstil, der durch Coaching-Elemente angereichert ist, kann in der Arbeitswelt 4.0 ganz entscheidend bei der Mitarbeiterführung helfen. Das englische Wort Coach bedeutet eigentlich Kutsche und kommt ursprünglich aus dem Ungarischen. Es leitet sich her von dem Namen der Stadt, in der im Mittelalter eine neue Art von Kutschen gebaut wurde. Eine Kuschte, ein Coach, befördert von A nach B. Das ist einer der Kerngedanken von Coaching: Menschen in Veränderungsprozessen darin zu unterstützen, gut voranzukommen und ihre Ziele zu erreichen. […]

25 Jahre Coaching: Christoph Schalk im Interview

Seit 25 Jahren ist der Diplom-Psychologe Christoph Schalk als Coach tätig. Mittlerweile ist er zertifiziert als Senior Coach BDP und Master Coach EASC sowie Lehr-Coach EASC. Im Interview erzählt er von seinen Erfahrungen.

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Mitarbeiterführung in der Arbeitswelt 4.0

Welche Fähigkeiten sind in der Arbeitswelt 4.0 in der Mitarbeiterführung gefordert? […]

Christoph Schalk: 25 Jahre als Coach erfolgreich

Das Jahr 2018 markiert für Christoph Schalk ein doppeltes Jubiläum: Zum einen feierte er in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag, zum anderen arbeitet er nun seit 25 Jahren als selbstständiger Coach, Trainer und Berater. Damit ist der Diplom-Psychologe einer der dienstältesten Coaches in Deutschland. 

Selbstführung

Führung 4.0 beginnt bei der Selbstführung. Wie beim Blick auf die Mitarbeiter gilt für die Führungskraft auch beim Blick auf die eigene Person, auf die Ressourcen und Potenziale zu schauen und nicht nur auf die Defizite. Wir kann ich auf das, was schon gut läuft, aufbauen und von da aus einen Schritt weitergehen? […]

Führungskompetenzen 4.0

Welche Fähigkeiten brauchen Führungskräfte für die Arbeitswelt 4.0? Ich möchte einige Vorschläge aus der Praxis machen.

Empowerment

Für eine Führungskraft halte ich es heute für unabdingbar, dass sie sich auf Empowerment versteht. In Empowerment steckt das englische Wort „power“. Empowerment bedeutet, meine Mitarbeiter so zu bevollmächtigen, dass sie handlungsfähig werden, ihre Ressourcen erkennen, Zugriff auf ihre Ressourcen haben und ihr Potenzial für ihr Umfeld auch einsetzen und nutzen können. Dieses Konzept ist dem Coachinggedanken sehr nahe: Der ressourcenorientierte Umgang mit Mitarbeitern, deren Kompetenzen zu erkennen und dann auch zu fördern. Wir haben leider oft einen Defizitblick – da kann einer etwas nicht, also muss er raus aus dem Team. Aber Führung 4.0 braucht einen entgegengesetzten Blick: wir müssen auch in den Defiziten noch die Ressourcen erkennen können. Das ist eine Herausforderung an Führungskräfte. Wir müssen uns immer wieder die Frage stellen: Wie sehe ich eigentlich meine Mitarbeiter? Sehe ich die Ressourcen und das Potenzial in ihnen? […]

Führung 4.0 als Antwort auf Arbeit 4.0

Arbeit 4.0. lässt sich durch das Kürzel VUCA definieren. VUCA steht für Volatility (zunehmende Veränderungsgeschwindigkeit), Uncertainty (unklare Bewertung der Gegenwart), Complexity (multivariate Entscheidungskriterien) und Ambiguity (unklare Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge). Wie sieht die Antwort auf die Herausforderung von VUCA aus? Die Lösung heißt auch VUCA – aber die Buchstaben bedeuten jetzt etwas anderes. […]

Eine Herausforderung für unser Gehirn?

Wir befinden uns in der Arbeitswelt 4.0 – immer online, immer einsatzbereit, immer flexibel. Oder doch nicht? Keine kleine Herausforderung.

Arbeitswelt 4.0 vs. Gehirn 1.0

Diese Situation trifft nun auf Gehirn 1.0: Ich habe Arbeit 4.0 und ich habe Gehirn 1.0. Wir sind ja immer noch dieselben Menschen, auch wenn sich die Arbeitsbedingungen verändern. Viele Veränderungen sind ja auch positiv, weil sie die Antworten auf bisherige Fragen oder die Lösungen für Probleme sind. Veränderungen tragen immer auch Chancen in sich. Es sind berechtigte Antworten auf eine neue globale Situation, in der Unternehmen zusehen müssen, dass und wie sie nicht den Anschluss an den Markt verlieren.

Gleichzeitig stecken darin Herausforderungen und Probleme, weil sich der Mensch natürlich nicht verändert hat. Wir haben sozusagen die gleiche Hard- und Software für neue Anwendungsbereiche, für neue Zwecke. Auch das hat Auswirkungen und auch das hat Nebenwirkungen. Stellen Sie sich vor, Sie haben ein 20 Jahre altes Ericsson Handy, und das wollen Sie nun heute einsetzen, um Videos zu streamen. Oder Fotos auf Instagram zu posten. Nicht einmal ein einziges Foto in der Auflösung, wie wir sie heute machen, passt auf den gesamten Arbeitsspeicher dieses Handys. Wenn unser Gehirn 1.0 auf die Arbeitswelt 4.0 prallt, ist das manchmal in etwa mit dem Gefühl vergleichbar, das sich einstellt, wenn Ihr Smartphone anzeigt, dass Sie sich im Funkloch befinden. Das ist nicht wirklich das Gefühl, „always on“ zu sein.

Als Psychologe habe ich aber auch hier eine positive Sicht, weil ich weiß, dass unser Gehirn seine Fähigkeiten bei weitem noch nicht ausgereizt hat, auch wenn ich von Gehirn 1.0 spreche. Eigentlich ist unser Gehirn keine veraltete Hard- und Software für die Herausforderungen, die auf uns zukommen. Unser Gehirn ist hoch dynamisch, hat eine hohe Plastizität und Anpassungsfähigkeit. Und letztlich hat es die Arbeit 4.0 erst erfunden! Was wir in den neuen Arbeitsbedingungen erleben, haben wir selbst kreiert oder selbst verschuldet – je nachdem wie man es betrachtet. Die Frage ist eher, wie wir mit unserer persönlichen Hard- und Software damit umgehen. Wie wir die Betriebsanleitung beachten oder etwas machen wollen, was uns selber schadet. […]

Willkommen in der Arbeitswelt 4.0

Dass sich die Arbeitswelt in den letzten Jahren rasant verändert, ist offensichtlich. Nicht ganz so offensichtlich ist für viele Führungskräfte, welche Folgen die so genannte Arbeit 4.0 für ihre Führungsaufgaben hat.

Zunächst: Was ist Arbeit 4.0? Was kommt Ihnen in den Sinn? Mir fällt dazu eine Episode ein, die über 20 Jahre her ist. Damals gab es ein Handy von Ericsson, das eine besondere Fähigkeit hatte: es konnte über GPRS ins Internet. Damals war das die Innovation schlechthin. Ich saß also irgendwo in der Pampa in Schleswig-Holstein auf einem kleinen Bahnhof, ein Gleis in jede Richtung. Während ich da in der Sonne auf einer Bank saß und auf meinen Zug wartete, klappte ich mein Laptop auf und versuchte über Infrarot eine Verbindung zu meinem Handy herzustellen. Da war eine für damalige Verhältnisse ganz dicke E-Mail mit einem großen Anhang von etwa 10 kB. Und ich habe gefühlt eine halbe Stunde damit verbracht, diesen Anhang herunterzuladen. Das ist für mich ein Symbol geworden: Arbeit 4.0 beginnt nicht heute und auch nicht morgen, sondern war auch schon vor 20 Jahren aktuell. Ich war unterwegs, ich habe mobil gearbeitet, ich war online. Damals – sozusagen mit den E-Mails – hat für mich Arbeit 4.0 begonnen. […]

Die Kunst, den eigenen Lebenstraum zu entdecken und zu verwirklichen (Teil 2)

Wie werden Träume wahr?

Ein Gastbeitrag von Kerstin Hack

Seitdem ich meinen Traum verwirklicht habe, ein altes rostiges Marineschiff zu einem Haus-und Seminarboot umzubauen (siehe Teil 1 dieses Beitrags) gelte ich als Expertin für Lebensträume. Und werde oft gefragt: Wie findet und lebt man seinen Lebenstraum?

Keine Frage: Es kostet etwas, einen Traum umzusetzen. Als Churchill den Traum hatte, Nazi-Deutschland zu besiegen, versprach er seinen Landsleuten in einer berühmten Rede nichts als Blut, Schweiß, harte Arbeit und Tränen. Man könnte meinen, er hätte vom Umbau eines alten Schiffes gesprochen. Da ist das kaum anders. […]