Christoph Schalk  

Ihr bester Coach sind Sie selbst!

Coaching ist ja im Trend, wer etwas auf sich hält, hat einen Coach. Und zwar nicht nur im Beruf, sondern auch den Fitness-Coach, den Ernährungs-Coach, den Beziehungs-Coach. Ohne Coach geht fast nichts mehr. Aber hätten Sie gedacht, dass Ihr bester Coach durchaus Sie selbst sein können?

Der entscheidende Unterschied

Veränderung ist manchmal mühsam. Es scheint, als ob man zwei Schritte vorankommt, nur um dann wieder einen Schritt zurückzufallen. Dieses Vor und Zurück hat aber auch einen Vorteil: Es lohnt sich zu entdecken, was die Unterschiede zwischen dem heutigen Standort und der Zeit, als Sie Ihrem Ziel näher (oder noch weiter entfernt) waren, ausgemacht hat.

Wenn Sie mit Skalenfragen vertraut sind, haben Sie Ihren Standort vielleicht schon auf einer Zehnerskala von eins bis zehn bestimmt (die Zehn steht für die optimale Umsetzung der Veränderung, die Eins für das genaue Gegenteil). Angenommen Sie befinden sich auf der Zehnerskala momentan bei Vier. Welche Situationen in den letzten Tagen, Wochen oder Monaten fallen Ihnen ein, in denen Sie schon einmal ein bisschen (oder viel) näher an der Zehn waren? Nehmen Sie sich auch Zeit für die klassischen Coachingfragen: Wie ist Ihnen das gelungen? Was genau war da anders? Was genau haben Sie anders gemacht? Was haben andere anders gemacht? Und wie haben Sie darauf reagiert? Wann waren Sie weiter weg von der Zehn als heute? Und was ermöglicht es Ihnen, heute näher am Ziel dran zu sein? Was genau ist der Unterschied zwischen damals und heute?

superman, selbstbewusstsein

Quelle: www.cartoon4you.de

Lernen Sie aus diesen Unterschieden:

  • Was haben Sie dazu beigetragen, dass es zu diesen Veränderungen kam – egal ob sie groß sind oder klein?
  • Offensichtlich können Sie Ihre Situation beeinflussen – nicht wahr?

Falls Sie wirklich nichts entdeckt haben:

  • Was müssten Sie tun, um die Situation weiter zu verschlimmern?
  • Was müssten Sie tun, um sich noch weiter vom Ziel zu entfernen?
  • Und wie es Ihnen gelungen, das bisher zu vermeiden?

Überlegen Sie nun: Was lehren Sie diese Unterschiede, die Sie bereits erlebt haben? Und dann verändern Sie in den nächsten Tagen einmal ganz bewusst noch nichts. Auch wenn es Sie in den Fingern juckt. Beobachten Sie einfach nur, welche Unterschiede auftreten und wie Sie darauf reagieren. Aus dieser geschärften Wahrnehmung heraus können Sie dann überlegt etwas verändern. Und den nächsten Schritt nach vorne gehen.

Zum Weiterlesen: Christoph Schalk. Selbstcoaching. Überlegt handeln, konsequent umsetzen

So machen Sie sich einen Plan

Sie wissen es genau – dieses oder jenes muss unbedingt verändert, dieses Ziel erreicht werden. Und dann? Oft denken wir, dass das irgendwie schon von selbst werden wird. Oder das Ziel erscheint zu groß oder zu weit weg und wir verlieren uns im Dickicht unserer Ideen. Auch wenn es manchem unkreativ oder einengend erscheinen mag: am ehesten erreicht man ein Ziel mit einem konkreten Plan.

Wenn es um eine persönliche Veränderung, um etwas „Inneres“ geht, dann genügt es möglicherweise, wenn Sie Schritt für Schritt auf Ihr Ziel zugehen. Dann überlegen Sie sich für sich, wie der nächste kleine Schritt in Richtung auf die erwünschte Veränderung aussieht, und den gehen Sie für sich. Und dann den nächsten, und so weiter, bis Sie Ihr persönliches Ziel erreicht haben. In der Regel gibt es dafür auch keine zeitlichen Vorgaben.

Anders sieht es aus, wenn es um eine konkrete Aufgabe geht, etwas „Handfestes“, bei dem vielleicht auch noch andere Menschen mitarbeiten. Dann brauchen Sie einen konkreten Plan.

Ein guter Plan beantwortet vier Fragen:

  1. Die Frage nach dem Ziel: Was soll am Ende dabei herauskommen?
  2. Die Frage nach dem Weg: Wie genau wollen Sie das Ziel erreichen?
  3. Die Frage nach den Handelnden: Wer muss was erledigen?
  4. Die Frage nach dem Termin: Bis wann sollen die einzelnen Schritte umgesetzt bzw. das Ziel erreicht sein?

184HBei allem Planen ist aber auch wichtig, flexibel zu bleiben. Pläne sind dazu da, angepasst und verändert zu werden, wenn es notwendig und sinnvoll ist.

Sie sind kein Sklave Ihrer Pläne, sondern Ihre Pläne sollen Ihnen und Ihren Zielen dienen. Nehmen Sie sich doch heute Zeit, diese vier Fragen in Bezug auf ein Ziel, das Sie erreichen wollen, zu beantworten, am besten schriftlich. Was? Wie? Wer? Bis wann?

Planen Sie auch heute bereits, wie Sie die Umsetzung des Planes regelmäßig auswerten wollen. Wann wollen Sie Zwischenbilanz ziehen? Nicht erst am Ende, sondern – passend zur Art Ihres Zieles – zum Beispiel einmal pro Woche oder einmal pro Monat.

Beginnen Sie heute mit der Umsetzung eines ersten Schrittes und setzen Sie Ihren Plan damit gleich in Kraft.

Zum Weiterlesen: Christoph Schalk: Selbstcoaching – Überlegt handeln, konsequent umsetzen.

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Um die Ecke gedacht

Lineares Denken hat seine Grenzen. Das merken Sie spätestens dann, wenn Sie denken und denken und immer dasselbe denken und immer noch nicht weiterkommen. Dann führt lineares Denken paradoxerweise dazu, dass Sie im Kreis denken. In solchen Situationen ist es gut, ein Querdenker zu sein.

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Um dies zu verdeutlichen, denken Sie doch gerade mal an ein Ziel, das Sie sich gesetzt haben. Wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben, wird sich etwas verändert haben – bei Ihnen und bei anderen. Listen Sie jetzt alle Personen auf, die direkt oder indirekt von diesen Veränderungen betroffen sind (in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft). Reflektieren Sie über folgende Fragen:

 

  • Wie werden diese Personen auf die Veränderung reagieren? Spielen Sie die verschiedenen Möglichkeiten gedanklich durch.
  • Wie werden Sie wiederum auf ihre Reaktionen reagieren?
  • Wie werden die anderen möglicherweise dann darauf reagieren?
  • Wie werden einzelne Personen auf die Reaktion von anderen Betroffenen reagieren?
  • Wenn Sie diese Veränderungen tatsächlich herbeiführen würden, wer müsste sich dann ebenfalls ändern?
  • Wer würde sich über Ihre Veränderung am meisten freuen? Wie würde diese Person reagieren?
  • Wer würde die Veränderung vielleicht gar nicht mitbekommen?
  • Welche Vorteile hätte es für Sie, wenn Sie nichts ändern würden und alles beim Alten bliebe?
  • Wollen Sie sich und Ihre Situation wirklich verändern? Können Sie sich das leisten?
  • Worauf müssten Sie verzichten, wenn Sie die notwendigen Schritte gehen, um Ihr Ziel zu erreichen?
  • Welche Frage habe ich vergessen? Stellen Sie sie sich selbst!

Hätten Sie sich alle diese Fragen gestellt, um Ihrem Ziel näher zu kommen? Vermutlich nicht. Wenn man auf dem Weg zum Ziel stecken bleibt, kann es durchaus hilfreich sein, von hinten, also von der gewünschten Veränderung her zu denken und den Weg zum Ziel auch rückwärts zu planen – um ihn dann vorwärts zu beschreiten.

Werden Sie zum Querdenker! Wie Daniel Goeudevert bemerkte: „Wenn Querdenker das Gegenteil eines linearen Denkers ist, dann bin ich einer und dann bin ich stolz darauf.“

Zum Weiterdenken: Christoph Schalk: Selbstcoaching. Überlegt handeln, konsequent umsetzen.

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Beschränken Sie sich

Unsere Ressourcen sind immer begrenzt: Wir haben nicht unendlich viel Zeit, Geld, Mitarbeiter, Aufmerksamkeit oder Kraft. Deshalb gilt der Satz „Weniger ist mehr“ gerade auch beim Thema Zielsetzung. Denn wer kennt das nicht: Die Ideen sind da, wir wollen Wachstum sehen, uns fortbilden, ein neues Projekt angehen, kreativ etwas Neues entwickeln und so weiter. Aber am Ende kommt sehr wenig Konkretes dabei heraus, dafür unter Umständen jedoch sehr viel Frust.

Denn wie Alexandra Altman es formulierte: „Je höher die Zahl der Ziele ist, die Sie gleichzeitig verfolgen, desto niedriger ist die Qualität des erreichten Ergebnisses.“ Selbst wenn man davon ausgeht, dass sich manche Ziele gegenseitig positiv beeinflussen, kommt man bei zu vielen Zielen schnell in eine ähnliche Situation wie ein Jongleur, der immer mehr Bälle gleichzeitig in der Luft halten will.

184HWenn Sie Ihre Ziele also tatsächlich erreichen wollen (und zwar gut!), dann beschränken Sie sich auf wenige Ziele. Überlegen Sie sich, welche für Sie die wichtigsten Ziele sind. Ziele, die am meisten bewirken. Ziele, die am meisten mit Ihrer Berufung zu tun haben. Ziele, die wirklich zu Ihren Werten passen.

Fokussieren Sie Ihre Aufmerksamkeit, Ihre Zeit und Ihre Energie auf diese wenigen Ziele. Bei Zielen gilt nämlich: Mehr ist nicht besser, sondern weniger ist mehr.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Anzahl von Zielen für Sie richtig und umsetzbar ist, dann fangen Sie ganz klein an. Konzentrieren Sie sich auf ein einziges Ziel. Schreiben Sie sich alle anderen Ziele irgendwo auf, damit Sie sie nicht vergessen. Wenn Sie das erste Ziel erreicht haben, nehmen Sie sich das nächste Ziel vor. Eines nach dem anderen, nie mehrere gleichzeitig.

Sind Sie dagegen im Umgang mit Zielen geübt, vielleicht weil Sie beruflich viel mit Zielen zu tun haben, dann beschränken Sie sich doch einmal bewusst selbst. Experimentieren Sie mit „nur“ drei Zielen, an denen Sie gleichzeitig arbeiten.

Überlegen Sie sich: Welches eine Ziel wollen Sie heute unbedingt erreichen? Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich vor, dass Sie dieses Ziel heute Abend erreicht haben. Wie fühlt sich das an? Kosten Sie dieses Gefühl aus – öffnen Sie dann die Augen wieder und machen Sie sich an die Umsetzung!

Zum Weiterlesen: Kerstin Hack und Christoph Schalk: Arbeitsorganisation. Die Dinge geregelt kriegen.

Arbeitsorganisation Die Dinge gut geregelt kriegen

Der heilige Moment

Sie wollen ein Ziel erreichen oder streben eine Veränderung an. Dass Veränderung nicht von Jetzt auf Gleich geht, sondern einen Prozess darstellt, hat sich schon herumgesprochen. Aber was ist oft der wichtigste und meistens unterschätzte Moment in diesem Prozess? Die Umsetzung des Ziels oder die gelungene Veränderung, meinen Sie? Nicht ganz. Der wichtigste Punkt in diesem Prozess ist der Augenblick, an dem Sie sich entschlossen haben, etwas zu verändern.

Irgendetwas hat Ihnen die Zuversicht gegeben, dass Sie Ihr Ziel tatsächlich erreichen können. Sie haben eine Entscheidung gefällt und sich auf den Weg gemacht. Ob Sie viel Motivation mitbringen oder wenig, ist erst mal nicht entscheidend. Sie hat für diesen ersten Schritt gereicht. Vielleicht kommt Ihnen das ja selbstverständlich vor. Vielleicht aber auch wie ein großer Schritt. Ich jedenfalls bin immer wieder in Coachinggesprächen beeindruckt, wenn sich Menschen aufraffen und einen Veränderungsprozess beginnen. Ich erlebe das als einen „heiligen Moment“, als einen Startschuss, auf den wir irgendwann zurückschauen werden und sagen: „Ja, das ist ein denkwürdiger Augenblick gewesen, hier hat alles angefangen.“ Deshalb bin ich von diesem Moment immer wieder beeindruckt. Und falls Sie gerade am Anfang Ihres Veränderungsprozesses stehen und diesen ersten Schritt gegangen sind, sage ich: „Gratulation, ich bin beeindruckt.“

Vermutlich gab es aber vor dieser Entscheidung schon eine Vorgeschichte. Überlegen Sie doch einmal für ein paar Minuten:

  • Wenn Sie bisher bei dem Anliegen, das Sie jetzt beschäftigt, schon etwas richtig gemacht haben, was wäre das denn?
  • Was ist Ihnen bisher gelungen, auf das Sie aufbauen können?
  • Schauen Sie genau hin – und freuen Sie sich darüber!

Kosten Sie Ihren Heiligen Moment aus, alles was danach kommt, ist nur möglich, weil Sie diesen einen entscheidenden Schritt gegangen sind. Wenn Sie sich schon mitten in einem Veränderungsprozess befinden, blicken Sie noch einmal auf diesen ersten Schritt zurück und beglückwünschen Sie sich, dass Sie sich auf den Weg gemacht haben.

Zum Weiterlesen: Christoph Schalk: Selbstcoaching. Überlegt handeln, konsequent umsetzen.

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