Die Kraft von Empowerment: Wie Sie sich und Ihr Team nachhaltig stärken

    Empowerment ist mehr als nur ein Buzzword. Es ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Unternehmen, die Zufriedenheit der Mitarbeitenden und eine positive Unternehmenskultur. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie Empowerment aktiv leben und fördern können – sei es als Führungskraft oder für sich selbst.

    Was ist psychologisches Empowerment?

    Empowerment ist in aller Munde, doch der Begriff wird oft inflationär verwendet und ist nicht immer klar definiert. Wir fokussieren uns hier auf das in der Arbeitspsychologie seit rund 40 Jahren erforschte psychologische Empowerment. Es geht dabei um ein subjektives Erleben in vier zentralen Bereichen im beruflichen Kontext:

    • Kompetenz: Es geht nicht darum, ob Sie objektiv kompetent sind, sondern darum, ob Sie sich selbst als kompetent erleben und das Gefühl haben, Ihre Fähigkeiten voll einsetzen zu können.
    • Einfluss: Sie erleben, dass Sie im Unternehmen etwas bewirken und verändern können.
    • Selbstbestimmung: Sie haben die Möglichkeit, Entscheidungen über Ihre Arbeit zu treffen, zum Beispiel wann, wie und von wo aus Sie arbeiten.
    • Sinn und Bedeutsamkeit: Ihre Arbeit empfinden Sie als sinnhaft und bedeutungsvoll.

    Die Betonung liegt hierbei auf dem „Erleben von“, denn es ist die persönliche Wahrnehmung, die zählt. Das Gefühl, nicht wertgeschätzt oder gemobbt zu werden, kann selbst die objektiv kompetenteste Person daran hindern, psychologisches Empowerment zu erleben.

    Warum sich Empowerment lohnt: Positive Auswirkungen

    Psychologisches Empowerment ist kein „Wellness-Angebot“ für Mitarbeitende. Es hat messbare positive Effekte auf ein Unternehmen:

    • Zufriedenheit und Leistung: Wenn Mitarbeitende zufriedener sind, steigt ihre Motivation und Leistung.
    • Mitarbeiterbindung: Empowerment führt zu einer stärkeren Bindung an das Unternehmen, was die Fluktuationsrate senkt. Dies ist besonders im Kampf gegen den Fachkräftemangel entscheidend. Ein Mangel an Empowerment kann sogar ein Frühwarnsystem dafür sein, dass ein Mitarbeitender das Unternehmen bald verlassen wird.
    • Innovation und Engagement: Teams mit hohem Empowerment-Erleben sind engagierter und innovationsfreudiger.
    • Gesundheit: Empowerment wirkt sich positiv auf die psychische und physische Gesundheit aus. Stressindikatoren verbessern sich und die Zahl der Krankheitstage sinkt.

    Wie strukturelle Maßnahmen scheitern und Empowerment hilft

    Oft reagieren Unternehmen auf Herausforderungen mit strukturellen Maßnahmen, wie zum Beispiel der Einführung flacherer Hierarchien. Doch diese Maßnahmen übersehen oft die individuellen Unterschiede der Mitarbeitenden und können zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Während sich manche über mehr Verantwortung freuen, fühlen sich andere überfordert.

    An dieser Stelle spielt psychologisches Empowerment eine entscheidende Rolle. Es fungiert als eine Art „vermittelnde Variable“. Positive Effekte wie Motivation, Innovation und Zufriedenheit lassen sich nur dann erzielen, wenn Maßnahmen auch das Empowerment der Einzelnen fördern.

    Empowerment beginnt an der Spitze: Wie Sie sich selbst stärken

    Empowerment kann nicht einfach von unten eingefordert werden; es muss von oben beginnen. Führungskräfte müssen ihr eigenes Empowerment vorleben. Christoph Schalk empfiehlt einen dreistufigen Ansatz für das eigene Empowerment, der auch als Selbstcoaching genutzt werden kann:

    1. Beurteilen Sie Ihr eigenes Empowerment: Fragen Sie sich, wie gut Sie Ihre Kompetenzen einsetzen können, welchen Einfluss Sie auf Ihre Arbeit haben, wie selbstbestimmt Sie entscheiden können und wie sinnstiftend Sie Ihre Tätigkeit empfinden. Es gibt sogar einen wissenschaftlich fundierten Test zum psychologischen Empowerment, mit dem Sie eine genaue Einschätzung erhalten.
    2. Loten Sie Gestaltungsspielräume aus: Seien Sie sich bewusst, dass Sie oft in festgefahrenen Gewohnheiten stecken, ähnlich wie der Elefant an einem kleinen Pflock (Sie kennen die Geschichte, oder?). Denken Sie neu darüber nach, wo Sie mehr Freiheit gewinnen könnten. Wie würden andere darauf reagieren? Was wären die Auswirkungen für Sie selbst?
    3. Fordern Sie Empowerment aktiv ein: Wenn Sie Defizite in einem der vier Bereiche erkennen, kommunizieren Sie diese klar an Ihre Vorgesetzten. Äußern Sie Wünsche und Ideen. Eine kluge Führungskraft wird darauf eingehen, da sie weiß, wie wichtig Empowerment für die Mitarbeiterbindung ist.

    Wie Führungskräfte ihr Team stärken

    Das Empowerment des Teams zu fördern, ist eine zentrale Aufgabe für Führungskräfte. Dafür braucht es eine bewusste Haltung.

    • Haltung zeigen: Eine wertschätzende Grundhaltung ist entscheidend. Es geht darum, Menschen fördern und stärken zu wollen, nicht darum, sie auszunutzen. Wertschätzung ist dabei individuell: Was für den einen ein motivierendes Lob ist, kann für den anderen peinlich sein. Finden Sie die richtige „Sprache“ der Wertschätzung für jedes Teammitglied.
    • Vertrauen aufbauen statt kontrollieren: Führungskräfte müssen lernen, Kontrolle und Mikromanagement loszulassen und Vertrauen aufzubauen. Auch wenn das oft schwerfällt, ist es ein zentraler Baustein für Empowerment.
    • Laufender Dialog: Mitarbeiterführung ist Gesprächsführung. Sprechen Sie kontinuierlich über die vier Facetten des Empowerments. Fragen Sie Ihre Mitarbeitenden, wie sie ihre Kompetenzen einsetzen können, welchen Einfluss sie haben und wie sie ihre Arbeit erleben.

    Ein Weg, die eigenen Empowerment-Fähigkeiten als Führungskraft zu verbessern, ist eine Coach-Ausbildung. Viele Führungskräfte nutzen eine solche Ausbildung, um ihre Teams nachhaltig zu stärken.

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    IHR KONTAKT

    CHRISTOPH SCHALK

    MASTER COACH & PSYCHOLOGE

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