Was macht einen guten Coach aus?

Der Diplom-Psychologe, Master Coach und Coach-Ausbilder Christoph Schalk im ExpertenTALK-Interview mit Carsten Lexa: Was macht einen guten Coach aus?

Carsten Lexa von Expertentalk: Jeder kann Coach sein, aber wie findet man einen guten Coach? Und was ist überhaupt ein guter Coach?

Christoph Schalk: Weil es sehr viel Wildwuchs auf dem Markt gibt, haben sich die namhaften Coachingverbände zusammengeschlossen zum sogenannten Roundtable der Coachingverbände. Dieser Zusammenschluss der Coachingverbände hat gemeinsam ethische Standards verabschiedet, Mindeststandards für Coachingausbildungen festgelegt, und hat Bestrebungen, auf Bundesebene als auch auf europäischer Ebene eine Profession zu etablieren. Das ist das erklärte Ziel. Das braucht viel Vorarbeit, beispielsweise werden über viele Jahre Ausbildungen und Prüfungen dokumentiert, damit man bestimmte Qualitätsstandards nachweisen kann.

Wer also einen Coach sucht und auf der fachlichen Seite sichergehen will, kann schauen, ob der Coach, den er sich ausgesucht hat, irgendeine Zertifizierung von einem der großen namhaften Verbände vorweisen kann. Die einzelnen Verbände findet man unter dem Stichwort „Roundtable der Coachingverbände“. Dann weiß man zumindest schon, dass der Coach gewisse Mindeststandards erfüllt. Weiter kann man sich informieren, über wie viel Berufserfahrung der Coach verfügt. Hat er gerade erst sein Zertifikat überreicht bekommen? Oder ist er schon seit zehn Jahren im Geschäft? Mehr als drei Jahre sollten es schon sein. Dann kann man schauen, welchen beruflichen Hintergrund der Coach mitbringt. Passt es zu meinem Anliegen? Als Organisationspsychologe oder auch als Betriebswirt deckt man ein großes Spektrum ab, aber es sind sehr viele Berufsfelder in der Coachingszene vertreten.

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Der Coach muss die Fähigkeit mitbringen, sich völlig zurückzunehmen und von außen auf Situationen zu schauen. Neben Berufserfahrung und beruflichem Hintergrund ist tatsächlich auch das eigene Bauchgefühl ein gutes Entscheidungskriterium. Beim Coaching muss die Chemie stimmen. Da mag jemand noch so viele Zertifikate vorzuweisen haben: Wenn ich als Kunde aus welchen Gründen auch immer ein schlechtes Gefühl dabei habe, wäre ich vorsichtig.

Expertentalk: Bleibt die Frage, wie man testen kann, ob die Chemie stimmt. Gibt es so etwas wie ein Kennenlerngespräch?

Christoph Schalk: Da muss man unterscheiden zwischen Kunden, die privat auf mich zukommen, und Kunden, die von ihrem Unternehmen zu mir geschickt werden. In den Unternehmen ist es in der Regel standardisiert. Die haben ihren Pool von Coaches, die zur Auswahl stehen und vorher schonmal abgecheckt wurden, ob sie zur Unternehmensphilosophie passen, welche Zertifizierungen sie haben etc. In der Regel werden einer Führungskraft dann drei Profile von Coaches angeboten, mit denen sie sich kurz treffen oder telefonieren können. Daraufhin entscheidet sich die Führungskraft für den Coach, bei dem die Chemie am besten gepasst hat. Danach geht das Coaching einen bestimmten definierten Weg, den in der Regel die Personalabteilung bestimmt.

Wenn jemand privat auf mich zukommt, biete ich ein kostenloses unverbindliches Erstgespräch an, das meistens eine halbe bis dreiviertel Stunde dauert. Dabei kann man sich gegenseitig ein bisschen kennen lernen. In diesem Treffen bemühe ich mich auch, das Anliegen zumindest in seinen Grundzügen zu erfassen, damit ich sagen kann, ob ich überhaupt der Richtige dafür bin. Wir besprechen in diesem Gespräch einen möglichen Rahmen und die Dauer, die Häufigkeit der Treffen sowie die Kosten. Dann schicke ich die Leute nach Hause, bitte sie, sich das alles nochmal durch den Kopf gehen zu lassen und sich zu melden, wenn sie den Coachingprozess tatsächlich mit mir starten wollen. Ich finde es sehr wichtig, dass die Kunden eine große Freiheit spüren und sich nicht schon bei diesem kostenlosen Erstgespräch festlegen müssen.

Expertentalk: Nicht immer ist Coaching angebracht. Kann Coaching eigentlich auch schaden?  

Es gibt zu dieser Frage tatsächlich seit einigen Jahren Forschung von einem Psychologen in Berlin, Professor Carsten Schermuly. Die möglichen Schäden gibt es, wenn sie auch nicht dramatisch sind. Man kann im Coaching ja manchmal auch Fragen aufdecken, die Energie kosten, weil man sich damit auseinandersetzen muss. Unter Umständen wird das einem Klienten zu viel. Jeder Mensch ist nur in der Lage, eine begrenzte Anzahl von Baustellen oder Veränderungen zu bewältigen. Da braucht es dann Fingerspitzengefühl, wie viel ein Coachee verträgt. Welche Fässer kann man aufmachen und welche lässt man besser zu? Aber grundsätzlich hilft Coaching in der Regel und nachweislich und schadet nicht. Eine Überdosis gibt es nicht.

 

Dieses Interview ist die gekürzte Fassung eines TV-Interviews, das in voller Länge auf YouTube angesehen werden kann: https://youtu.be/lOMZitis10s

Weitere Informationen über Christoph Schalk als Coach und Coach-Ausbilder erhalten Sie unter www.christophschalk.com

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